Herpetologische Eindrücke von der Mittelmeerinsel Ile du Levant, Südfrankreich

Herpetologische Eindrücke von der Mittelmeerinsel Ile du Levant, Südfrankreich

Philipp Berg, Rainer Berg

Zusammenfassung: Die südfranzösische Mittelmeerküste ist für schönes Wetter bekannt. Die Île du Levant ist eine kleine, nur 996 Hektar umfassende Insel, die zu der der Côte d‘Azur vorgelagerten Inselgruppe Île de Hyères im Mittelmeer gehört und 9,2 km vor der Küste liegt (Joyeux 2005). Idyllische Urlaubsorte an denen, praktisch nebenbei, Naturbeobachtungen möglich sind, finden sich immer seltener. Die meisten Vertreter der Herpetofauna der Île du Levant scheinen durchaus Vorteile aus den Eingriffen der Menschen zu ziehen. Eidechsennattern sind in ihrer Biotopwahl flexibel und nutzen auch anthropogen geschaffene Lebensräume (Kreiner 2008). Das durch den Menschen erhöhte Vorkommen an Kleinsäugern ist sicher für sie und auch die Treppennatter günstig. Die beiden Geckoarten Euleptes europaea und Hemidactylus turcicus erschließen sich ebenfalls Lebensräume in direkter Nähe zum Menschen. Die Mauereidechse als die Kulturfolgerin schlechthin steht dem in nichts nach und besiedelt vom Menschen angelegte Flächen. Das bedrohte und das fragliche Vorkommen des Sardischen Scheibenzünglers beziehungsweise der Vipernnatter ist jeweils in erster Linie auf das Fehlen geeigneter Feuchtgebiete zurück zu führen. Ausbleibende Regenfälle tragen dazu bei, aber nichtsdestotro muss man beachten, dass der gestiegene Bedarf an Wasser in den vergangenen Jahrzehnten viele Brunnenbohrungen und eine Senkung des Grundwasserspiegels zur Folge hatten. Die Herpetofauna auf der Île du Levant profitiert in einigen Aspekten von anthropogenen Eingriffen und Sekundärfolgen, Sicherheit für den Fortbestand bietet ihr aber vor allem das große Militärgelände, das die destruktiven Auswirkungen des Tourismus abfängt und weitestgehend unberührten Lebensraum erhält.

Berg, P. & R. Berg (2010): Herpetologische Eindrücke von der Mittelmeerinsel Ile du Levant, Südfrankreich. – Elaphe N.F. 18(4): 54-61.



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